Früh morgens sind wir in Auckland gelandet, haben dort den einen Koffer eingesammelt, welchen wir vor Bora Bora eingelagert hatten, und haben wieder: gewartet. Da wir unsere Neuseeland-Rundreise in Christchurch starten, mussten wir wieder ein paar Stunden am Flughafen überbrücken, bis wir dann auf die Südinsel geflogen sind. Das ist in Auckland aber sehr viel leichter, als in Tahiti. Leider weiß man im Vorfeld nie, wie pünktlich so Flieger sind, und da kann man besser ein paar Stunden mehr Puffer einplanen, als das man an einem Flughafen steht und der nächste Flieger schon weg ist. Leider ist Jet Star bei der Umbuchung auf einen früheren Flug genauso unflexibel wie unsere deutschen Fluggesellschaften.

Ab Christchurch sind wir nun mit einem Mietwagen unterwegs. Unsere Unterkunft „Colombo in the City“ Link ist recht gemütlich und zentral gelegen.

Bei unserem Spaziergang am Nachmittag bot sich ein Bild des Schreckens. Christchurch wurde zwischen September 2010 und Februar 2011 von mehreren Erdbeben heimgesucht. Das heftigste am 22. Februar 2011 mit einer Stärke von 6.3 hat die Innenstadt quasi dem Erboden gleich gemacht. Auch heute, fast 3 Jahre später, sieht es immer noch furchtbar aus. Das Gefühl, welches einen hier überkommt, ist noch schlimmer als am Ground Zero in New York, da wirklich NICHTS mehr von der Stadt übrig ist. Es sieht aus, wie nach einem Bombenangriff im Krieg – die Stadt ist übersaht von Löchern, an denen mal Häuser standen. Die noch stehenden Gebäude sind alle leer und nicht zugänglich, für die meisten besteht noch Einsturzgefahr. Man sieht förmlich, wie innerhalb von wenigen Sekunden die gesamte Stadt und ihr Leben zum stehen gekommen ist.

Christchurch City 1 Christchurch City 0 Christchurch City 2 Christchurch City 3 Christchurch City 4 Christchurch City 7 Christchurch City 6 Christchurch City 5 Christchurch City 8 Christchurch City Cathedral Christchurch City 9

Die Aufbauarbeiten werden noch Jahre andauern. Anscheinen fehlt es nicht nur an Geld, sondern auch auch Arbeitskräften und Know How. Während wir zutiefst erschüttert von den Bildern waren, scheinen sich die Neuseeländer selbst inzwischen mit der Situation arrangiert zu haben. Zum Beispiel wurde im Stadtzentrum – dort wo früher auch die Geschäfte waren – eine Mall aus Baucontainern aufgestellt. Wäre der Anlass nicht so traurig, eigentlich eine coole Idee… Mehr Informationen zu dem Projekt gibt es unter www.restart.org.nz . Sogar Weihnachtsdekoration ist hier schon überall zu sehen, was bei Temperaturen über 20 Grad auch irgendwie komisch ist…

Christchurch Container Mall 1 Christchurch Container Mall 2 Christchurch Container Mall Christmas Christchurch Container Mall 4 Christchurch Container Mall 3

Weitere schöne Beispiele für „es muss ja irgendwie weiter gehen“ ist das Archade Project, ein kleiner Schotterplatz, auf dem früher sicherlich mal ein Gebäude stand. Hier wurde ein kleines Café mit Imbissbuden errichtet. Von dort aus startet auch eine Minigolf Tour durch die Stadt, bei der man verschiedenen Stellen und Personen gedenken kann, die stark unter dem Erbeben gelitten haben. Inzwischen fährt auch wieder die kleine süße Tram durch die Stadt und hält an allen „Sehenswürdigkeiten“.

Christchurch Archade Project Christchurch Mini Golf Christchurch Painting Christchurch Tram

Am Abend sind haben wir im Nordwesten der Stadt in Papanui eingekauft. Dort gibt es auch eine Mall, ein Kino, und ein paar nette Restaurants & Bars.

Fazit: Für eine Besuch in Christchurch braucht man noch lange stärke Nerven. Die Aufbauarbeiten werden noch Jahre in Anspruch nehmen, bevor man hier wieder zur Normalität über gehen kann.