China – für zahlreiche westliche die Große Unbekannt. Viele Jahrhunderte hat die heutige Volksrepublik es erfolgreich geschafft, sich der Entwicklung anderer Nationen zu verschließen und sich abzuschotten. Leider ist die beeindruckende Historie heutzutage kaum Teil der Gegenward. Nur noch wenige Überreste sind aus der Zeit der einstigen kulturellen Weltmacht erhalten, wie zum Beispiel eine mehrere tausend Jahre alte Terracotta-Armee eines verrückten Kaisers (in Xi’an). Leider wurde fast alles in den letzten 100 Jahren während der Kulturrevolution zerstört. Stattdessen sind die im Überfluss vorhandenen Millionenstädte geprägt von 1000en identischen kommunistischen Hochhäusern, die in vielen Fällen bisher auch nur teilweise fertig gestellt wurden. Man sieht förmlich, wie diese Städte platt gemacht und quasi vom Kommunismus überrollt wurden. Hier und da versucht man nun ein wenig Ästhetik zurück zu bringen, indem man die ästhetikfreien Hochhäuser wieder beseitigt und die „alten“ Stadtkerne neu aufbaut.

01 Hochhäuse 02 Terracotta Armee

Jedem Besucher Chinas werden folgende Bilder und Gerüche bis in alle Ewigkeit im Gedächtnis bleiben: spuckende Menschen egal wo man hinsieht, Schwefelgeruch (und natürlich auch entsprechend Smok) bedingt durch Kohleheizungen ohne Filter und auf hunderte Meter anhand des Geruches erkennbare öffentliche Toiletten an jeder Straßenecke (schließlich gibt es auch heute immer noch selbst im Stadtzentrum Pekings mehr als genug Menschen, die keine eigene Toilette in ihrer Behausung haben).

03 Toilette

Die sozialen Unterschiede innerhalb des Landes könnten nicht größer sein – da können selbst die USA nicht mithalten.  Aber obwohl man im Landesinneren teilweise Lebensbedingungen wie in Afrika vorfindet, fühlt man sich überall sehr sicher. Der Regierung gehört eben Alles (naja, oder zumindest Vieles) und dem gemeinen Volk nichts. Allerdings ist es wohl auch nur eine Frage der Zeit, bis die Kommunikationsmöglichkeiten des Internets (trotz Facebook-Sperre) dazu beitragen, dass auch die breite Masse in China einen Blick auf den westlichen Lebensstandard wirft und sich nicht mehr Alles gefallen lässt. Der Chinese (und die Chinesin) heute ist aber noch sehr genügsam und so freut er oder sie sich auch, wenn er – geschmückt von schwerem Schmuck – von früh morgens bis spät abends an der Tür eines Hotels STEHT um jeden ignoranten Gast freundlich mit „Ni-hao“ zu begrüßen.

04 Shangri La

Zurück zur breiten Masse – diese beträgt in China immerhin ca. 1,3 Mrd. Menschen!! Nach einer Rundreise hat man gefühlt jeden Chinesen gesehen (Menschenmassen überall!!) und vor allem wurde man auch von fast jedem um ein Foto gebeten. Zunächst scheint jeder Chinese rücksichtslos und unfreundlich zu sein. Baut man aber eine persönliche Bindung auf, lernt man sehr viele, äußerst zuvorkommende und hilfsbereite Menschen kennen – auch wenn die meisten nur ein paar Brocken oder gar kein Englisch sprechen. Daher passiert es auch des Öfteren, dass man wild in irgendwelche Richtungen geschickt wird, wenn man nach dem Weg fragt. Lieber sagt der Chinese „Yes! Yes!“ als „No!“, denn dann müsste er ja erklären wie oder wo es richtig wäre (was er oft auch selbst gar nicht weiß…). Trifft man jemanden, der gut Englisch spricht, wird diese Gelegenheit („Germany? I love Germany! Oktoberfest! BMW!!“ ) gleich genutzt um sehr unterhaltsam irgendwelche erfundenen Geschichten aus dem eigenen Leben aufzutischen.

Nicht zuletzt wegen der ausbaufähigen Englischkenntnisse als auch der manchmal zu gut gemeinten Hilfsbereitschaft in Bezug auf Orientierung hat sich die Verwendung einer chinesischen SIM-Karte (erhältlich z.B. bei HolidayPhone.de) in einem Smartphone als sehr hilfreich erwiesen. Darüber hinaus kann man so nicht nur Google-Maps, sondern auch diverse Übersetzungs-Apps (z.B. KTdict C-D, Chinesisch FOM) nutzen, die einem nicht immer, aber zumindest manchmal das Leben leichter machen.

Im chinesischen Straßen- und Reiseverkehr erlebt man nämlich so Einiges: Taxifahrer, die nicht in der Lage sind Karten oder chinesisch zu lesen (von Englisch natürlich ganz zu Schweigen), gehören zur Tagesordnung. Der Fahrstil ist oft recht eigen – bei so manchem waghalsige Überholmanöver fragt man sich, wie das gutgehen konnte. Es funktioniert eben nur, wenn sich alle an Regel Nr. 1 im Straßenverkehr halten: einfach mit Nichts und Niemanden zusammenstoßen „Flow with the water“! Und wenn dann noch kräftig gehupt wird, sobald man sich auf einer Landstraße der Kreuzung nähert, kann nichts mehr schief gehen. So oder so ähnlich schaffen es dann wohl auch die total (unter anderem mit Menschen) überladenen Kleinbusse oder auch LKWs, bei denen der Motor freiliegend vor dem Fahrzeug angebracht ist, durch den Alltag. Die Anzahl an Fortbewegungsmitteln pro vorhandenem qm Straße kann sich jedenfalls sehen lassen.

05 Strasee 06 Strasse 07 Strasse 08 Strasse

Die Flugverbindungen in China sind (theoretisch) recht gut und auch sehr häufig. So bietet es sich an, größere Strecken mit dem Flugzeug zu überbrücken. Allerdings sollte man regelmäßige Verspätungen und sehr laute Durchsagen an den Flughäfen in Kauf nehmen. Geheimtipp: Eine Zugfahrt ist ein MUSS für jeden Chinabesucher!

Im täglichen Leben bestätigen sich viele der hier herrschenden Klischees: Es wird auf der Straße gekocht, Essen wird im Innenhof oder auf dem Dach getrocknet und Tiere quiecken, quäken und piepen hungrige Restaurantbesucher an, bevor sie zu wirklich (!!!) leckeren Speisen verarbeitet werden. In ländlicheren Gegenden kann es auch vorkommen, dass man seinen Fisch oder Hahn selbst aussuchen und erlegen muss. Bei Bedarf ist das Restaurant hier aber hilfreich. Das Ergebnis ist der wahrscheinlich frischeste Fisch a la Sushi filetiert in Soya-Soße oder ein soeben noch krähender Hahn KOMPLETT in einer Suppe verarbeitet – ungelogen ein kulinarisches Highlight.

10 Hahn

Während der gesamtem Reise hatten wir eigentlich kein schlechtes Essen. Ganz im Gegenteil. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber egal was wir bestellten – einer von uns hat es immer genossen. So kommt man auch in den Genuss von Entengehirn, denn der „Split-Head“ ist bei der Peking-Ente den besonderen Gästen vorbehalten. Oder auch eingelegter Rindermagen und weitere Innereien (Geschmackssache eben…). Entgegen viel kursierender Gerüchte ist es doch relativ selten (quasi nie) möglich, in „moderneren“ (=sauberen) Restaurants Schlange zu bestellen. Vorsicht ist allerdings bei den Straßenbuden geboten: Hier halten sich selbst viele Einheimische fern. Wer möchte, kann gerne mal nach Speiseölskandal Peking googeln. 😉

Es gibt eigentlich nichts, was es in China nicht als falsche (und meistens auch schlechte) Kopie gibt. Fragt man die Verkäufer in einem der zahlreichen Flohmärkte, die sich unter anderem in leerstehenden Einkaufszentren ansammeln, ob ein gewisses Teil echt sei, antworten sie stolz: „No, not real! Fake!“ Also: Feilschen, Feilschen, Feilschen! Aber nicht nur klassische Blender wie Uhren und Taschen sind preisgünstig erhältlich, auf Chinas Straßen sieht man auch gefakte MINIs oder sehr viele Kleinbus im BMW-Design.

12 MINI 11 BMW

Am beeindrucktesten sind allerdings die teils unberührten Landschaften des Landes: runde Berge ohne Bäume säumen in der Gegend um Guilin den sich durch die Landschaft schlängelnden Li River und die Reisfelder in der gleichen Gegend sind atemberaubend. Ein Besuch der – am Besten nicht restaurierten – Chinesischen Mauer bei Peking (z.B. bei Jiankou) gehört zum Pflichtprogramm. Es gibt einfach unzählige Gegenden, die außerhalb der Städte einen Besuch lohnenswert machen. Leider fehlt auch hier oft der Sinn für das Schöne und die Erhaltung der Orte, denn man findet immer wieder Müll, der einfach in der Natur entsorgt wird.

13 Li RIver 14 Reisfelder 15 Mauer

Was spricht trotz der vielen gewöhnungsbedürftigen Gegebenheiten dafür, dieses Land zu besuchen? Weil man es einfach selbst gesehen und erlebt haben muss… Ein echtes Abenteuer eben!

Hier geht es zur Übersicht unserer Rundreise!

Wer vielleicht eine Tour lieber direkt buchen möchte als alles selbst zu planen kann unter folgender URL Angebote und Tipps finden:

http://www.chinatours.de