Früh morgens machten wir uns auf den Weg in Richtung Xi’an. Diesmal gönnten wir uns ein Taxi zum Flughafen in Taiyuan. Von Taiyuan kann man direkt nach Xi’an fliegen. Der Shuttle in Xi’an vom Flughafen zum Glockenturm im Stadtzentrum dauert ca 1. Stunde, fährt alle 20 Minuten und kosten RMB26. In der Nähe der Station war auch unser City-Apartment, welches gepflegt und nett war. Auch das dazugehörige Frühstück war ganz okay, aber sehr asiatisch. Dafür gab es frische Omlettes. 🙂 Citadines Central Xi’an

Am Nachmittag erkundeten wir in guter alter Peking-Manier mit dem Fahrrad die Stadt. Auch dieses Mal konnten wir (allerdings entgeldlich) Fahrräder beim Hotel mieten. Xi’an ist wirklich eine sehr schöne Stadt und uns war schnell klar, dass wir hier nicht genug Zeit eingeplant hatten. Die Menschen dort sind sehr freundich, die Stadt relativ aufgeräumt und es gibt viel zu sehen. Die beiden zentralen Punkte bilden die sich gegenüber liegenden Glocken- und Trommelturm. Von dort aus kann man in alle Richtungen spannende Märkte erkunden oder eine Tour auf der Stadtmauer machen (kostenpflichtig).

41 Turm Xian 41 Turm Xian2 41 Z Blick vom Tyrm

Am Abend trafen wir uns mit der jungen Studentin, die wir im Zug von Taiyuan nach Daton kennen gelernt hatten, und ihrer Freundin zur Besichtung des Glockenturmes und luden die beiden zu einem lokalen Abendessen ein. Xi’an ist bekannt für eine Suppe, die mit rohem Teig und Rindfleisch angereichert wird. Ein wenig gewöhnungsbedürftig, kann man aber Essen. Auf dem Bild ist die Hauptspeise zu sehen: In Zwiebeln eingelegte Nieren und Rindermagen und als Notfalloption (Danke!!) Gurken in Knoblauch und Sojasoße – das geht immer. Die Getränke sind auch keine Colas, sondern irgendeine Rübensiruplimonade, mhhhh lecker (NICHT)!!!! Naja, abends soll man eh nicht so viel essen…

42 Essen

Am Abend lebt die Stadt richtig auf und es scheint, als ob jeder draußen auf der Straße unterwegs ist. Künstler zeigen was sie können und in den vielen kleinen Gassen sind die verschiedensten Märkte mit Fleisch, Imbissständen und Souveniers zu finden.

42 Fleisch 42 Küche 42 Souveniers

Tag 10 hielt für uns die weltberühmte Terracottearmee bereit. Vom Bahnhof in Xi’an fahren sehr viele Busse zu der Ausgrabungsstädte. So viele, dass sich sogar eine ca. 100 Meter lange Schlange bildet und darauf wartet, einem Bus zugewiesen zu werden. Also einfach hinten bei der Schlange anstellen, das passt dann schon… Die Busfahrt selbst ist schon ein Erlebnis. Nicht nur wegen des Verkehrs in und um Xi’an, sondern auch der chinesische Tour-Guide (auf Chinesisch versteht sich) – all inclusive eben!

Zum Glück wurden die Soldaten erst am Ende der Machtzeit Maos in den 70er Jahren entdeckt, sodass die Armee fast noch vollständig erhalten ist. Ein Bauer fand die ersten Figuren zufällig bei Feldarbeiten. Leider hat ihm das in China nicht zu unvorstellbarem Reichtum verholfen, aber immerhin hat er ein Buch geschrieben, welches er heute dort im Souveniershop verkaufen und unterzeichnen darf. Die Soldaten sind wirklich faszinierend – dieser Kaiser Qin Shihuangdis war schon ein wirklich verrückter Kerl! Immerhin ist ihr einziger Zweck, den Kaiser auch im Jenseits zu beschützen! Es empfiehlt sich auf jeden Fall einen privaten Guide zu buchen, der einem unter anderem erklärt, dass man geschätzt ca. nur ein Siebtel der Sammlung zu sehen bekommt, da viele Figuren noch gar nicht ausgegraben sind. Aber selbst dieses Siebtel muss man Live gesehen haben – kein Bild bringt diese Dimensionen rüber. Interessant ist auch, dass kein Soldat einem anderen gleicht. Angeblich hatte jeder Soldat ein menschliches Vorbild. Und angeblich wurde jeder Figurenbauer, der an diesem Meisterwerk beteiligt war, umgebracht. Nur deshalb konnt dieser Schatz 2ooo Jahre der Menschheit verborgen bleiben. Die Guides laufen übrigens überall vor dem Eingang rum, bei den Preisen gibt es Handlungsspielraum 😉 Mehr Infos zur Armee

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Leider (oder eher: natürlich) sind nicht alle Figuren komplett erhalten. Wenn man bedenkt, dass die „Hersteller“ vor so langer Zeit in der Lage waren, ein solches auch handwerklich anspruchsvolles Kunstwerk zu erstellen, scheint es fast dilettantisch, dass Alles nur mit Bambusmatten geschützt wurde, bevor Erde darauf geschüttet wurde. Diese sind natürlich verrottet… Das führt eben in vielen Fällen leider zu dem Ergebnis:

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Zum Glück gibt es aber viel interessierte Archäologen, die wahrscheinlich noch Geld dafür zahlen würden, hier diese Figuren wieder zusammenzuflicken. Jedenfall kann man auch einen Blick auf das Soldatenkrankenhaus werfen.

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Aber auch ein Feld, welches teilweise noch auf die Ausgrabung wartet, kann man besuchen. Ein Hauptgrund, mit den Ausgrabungen zu warten, sind die Farben der Figuren. Alle Bilder, die man sieht, zeigen braun-graue Soldaten. Diese waren aber bei ihrer Ausgrabung noch farbig. Ein Team von internationalen Wissenschaftlern ist damit beschäftig, eine Konservierungstechnik für diese Farben zu entwickeln, um die übrigen Figuren dann nach ihrer „Befreiung“ entsprechend schützen zu können.

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Am späten Abend ging es mit dem Flugzeug weiter nach Guilin. In Guilin am Flughafen nahmen wir ein Taxi zum Hotel, damit wir dann möglich schnell ins Bett konnten!