Nachdem unser Flieger am Abend ging und dann auch noch etwas Verspätung hatte, sind wir erst sehr spät in Datong gelandet. Dort sind wir, wie die anderen wenigen Passagiere, in den einzigen Bus weit und breit eingestiegen, nachdem der Fahrer uns wohlwollend zunickte bei der Durchsicht unserer Hotelbuchungsunterlagen. Die Fahrt war auch sehr lustig, da die Chinesen ebenfalls sehr erheitert waren, dass wir ihren Hühnerbus benutzen.  Weniger lustig war der Teil, als der Busfahrer an irgendeiner Straße mit 3 Taxen anhielt und uns zu verstehen gab, dass wir nun auszusteigen hätten. Okay, war ja nicht so schlimm. Immerhin standen ja Taxen dort. Leider war keiner der Fahrer in der Lage, die Adresse des Hotel zu lesen oder anhand google maps zu erkennen, wo wir denn hin mussten (geradeaus und einmal links). Das Ende von Lied war ein kleiner, netter Spaziergang von ca. 2 km entlang einer 4-spurigen, menschenverlassenen Prachtstraße. Gelegentlich kam uns ein Betrunkener entgegen, dem erst Minuten später einfiel, dass er ja doch Englisch spricht (und trotzdem nur den Weg zum Holiday Inn kannte, indem wir leider nicht schliefen). Es hielten aber auch diverse private Fahrzeuge, die uns eine Fahrt anboten, welche wir dankend abgelehnt haben. Die ganze Situation wäre auch nur halb so unheimlich gewesen, hätten wir nicht unser gesamtes Hab und Gut dabei gehabt. Jedenfalls sind wir wohlbehalten in unserem Hotel angekommen und positiv überrascht, wie schön und groß 4-Sterne-Hotelzimmer für 60 EUR pro Nacht sein können. (Datong Great Palace Hotel)

Morgens bot sich allerdings folgender reizender Anblick auf die Stadt:

33 Datong 33 Datong 2

Am Morgen hatten wir das Glück, dass Apple und Candy im Dienst waren, denn die beiden sehr freundlichen Damen gehören der selten Gattung der englischsprachigen Chinesinnen an – also zumindest ansatzweise. Sie haben uns mit wenigen Worten wirklich sehr geholfen, indem sie uns eine Taxifahrer organisiert haben (und jede Stunde angerufen haben um zu fragen, ob wir okay sind), ihm erklärt haben wo er uns hinfahren soll und uns sogar noch in das Einkaufszentrum begleitet haben um eine neue Speicherkarte für unsere Kamera zu kaufen. Wirklich einmalig! Also fuhr uns der Taxifahrer wie gewünscht zu den Highlights in der Region. Vorher muss man allerdings vorbei an vielen legalen und illegalen Kohleminen (dafür ist Datong bei den Chinesen eigentlich bekannt), teilweise verlassenen Ruinen und bewohnten Lehmhütten.

34 Datong 34 Lehmhütten

Nach ca. 1 Stunde fahrt kamen wir dann zu den Yungang Grotten, ein UNESO Weltkulurerbe und wirklich sehr beeindruckend. Immerhin wurden diese Figuren vor ca. 1500 Jahren aus dem Sandstein heraus geschnitzt. Insgesamt gibt es ca 250 Höhlen und Figuren, von denen aber nicht alle zugänglich sind und die einzelnen Skulpturen unterschiedlich gut erhalten sind. Alles in Allem aber einen Besuch wert! Mehr Infos zu den Grotten

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Von dort auch machten wir uns auf den Weg zum Hängenden Kloster. Eigentlich liegt es genau in die entgegengesetzte Richtung, man muss also quasi wieder an Datong vorbei. Diese Fahrt dauert wiederum ca. 2 Stunden. Das hängende Kloster ist wahrscheinlich kleiner als man erwartet (zumindest im Vergleich zu dem riesigen Berg dahinter). Zugegeben: Es ist schon faszinierend, wie dieses „Gebäude“ dort von Menschenhand errichtet wurde.

Man findet allerdings auch Unmengen an Touristen vor und der Eintritt ist mit 80 RMB relativ teuer. Deshalb haben wir unsere Zeit damit verbracht, dem lokalen Fotografen durch unzählige Gruppenbilder mit chinesischen Touristen zu einem wahrscheinlich passablen Tagesumsatz zu verhelfen. Als Dank haben wir eine kleine Vogelpfeife auf Keramik bekommen. Weitere Reviews Kloster

36 Hängendes Kloster

Alternativ gibt es in der Innenstadt von Datong noch ein paar Dinge zu sehen. Viel von der Historie ist allerdings nicht übrig, da während der Kulturrevulotion alles zerstört und durch äußerst hübsche Wohnkomplexe ersetzt wurde. Da nun der Bürgermeister wohl weitergehende politische Ambitionen hat, wurde beschlossen, dass eine neue „historische“ Altstadt zum Image von Datong beitragen würde, welche nun gebaut wird.

Den Abend verbrachten wir im Hotelrestaurant. Kann man, muss man aber nicht…